Abuja – „Wir sehen uns verpflichtet, die zunehmend despotischen und überzogenen Richtlinien anzuprangern, die der Bildungsbeauftragten des Bundesstaates Imo in jüngster Zeit über die sozialen Medien veröffentlicht hat.“ Mit diesen Worten kritisierte Lucius Iwejuru Ugorji, Erzbischof von Owerri, die Bildungspolitik von Bernard Thomson, dem Bildungsbeauftragten des im Südosten Nigerias gelegenen Bundesstaates Imo.In einer am 4. September veröffentlichten Erklärung äußert der Erzbischof seine Sorge über die jüngsten Vorgaben des Bildungsbeauftragten für konfessionelle und private Schulen. Diese beeinträchtigten nach seiner Einschätzung die Zusammenarbeit, die akademische Freiheit, den offenen Dialog und die Beteiligung der maßgeblichen Akteure im Bildungswesen.„Ein gesundes Bildungssystem beruht auf Zusammenarbeit, offenem Dialog, akademischer Freiheit und gegenseitigem Respekt zwischen Schulleitungen, Lehrern, Eltern und Schülern“, betont Erzbischof Ugorji. Die derzeitige Leitung des Bildungsministeriums von Imo habe sich hingegen für einen diktatorischen und autoritären Kurs entschieden, der von Einschüchterung, der Unterdrückung abweichender Meinungen und der Aushöhlung demokratischer Verfahren geprägt sei.„Dieser Top-down-Ansatz bedroht die Grundprinzipien unseres Bildungssystems. Er nimmt den Lehrern die dringend notwendige Eigeninitiative und Entscheidungsfreiheit und ersetzt sie durch starre und fehlerhafte Vorgaben“, erklärt er.Als „besonders besorgniserregend“ bezeichnet Mons. Ugorji die jüngsten Maßnahmen zur Zentralisierung der Kontrolle und zur detaillierten Steuerung von Missions- und Privatschulen. Dazu gehörten die Verpflichtung christlicher Schulen im Bundesstaat Imo, islamische Feiertage zu berücksichtigen, die staatliche Festlegung der Termine für Schulbeginn und -ende, die Androhung von Sanktionen gegen Lehrer, die berufliche Bedenken äußern, sowie die Vorgabe, ausschließlich Schulbücher aus einer staatlich genehmigten Liste auszuwählen. Auch die Preise dieser Bücher würden von den Behörden einseitig festgelegt.„Diese Maßnahmen dienen nicht dem Wohl unserer Kinder“, warnt der Erzbischof. Er sieht darin die Gefahr, ein „Klima der Angst, des Zwangs, der Unterwerfung und der geistigen Stagnation“ zu schaffen.Stattdessen müsse Bildung nach Auffassung Mons. Ugorjis kritisches Denken und die Vielfalt der Ideen fördern, anstatt eine „starre ideologische Konformität“ zu erzwingen.Der Erzbischof von Owerri fordert den Bildungsbeauftragten daher auf, die seiner Ansicht nach einseitig erlassenen Richtlinien unverzüglich zurückzunehmen und einen transparenten und konstruktiven Dialog mit den betroffenen Beteiligten aufzunehmen. Zugleich appelliert Mons. Ugorji an den Gouverneur des Bundesstaates Imo, Hope Uzodinma, den Bildungsbeauftragten zur Ordnung zu rufen.