Kalkutta – Die Salesianer Don Boscos blicken auf ein Jahrhundert Mission in Indien zurück. Seit hundert Jahren widmen sich die die Salesianer Don Boscos in Kalkutta der Bildung junger Menschen, der Aufnahme von Kindern, der Betreuung und Ausbildung der Ärmsten und Schwächsten auf den Straßen der riesigen Metropole mit 22 Millionen Einwohnern im Osten Indiens.
Dank ihres unermüdlichen Engagements, das die Geschichte der Nation geprägt hat – die unabhängige Republik Indien wurde 1947 gegründet –, haben die Salesianer Don Boscos heute in Indien 11 Provinzen, 420 Don-Bosco-Berufsschulen, 174 Unterkünfte für gefährdete Jugendliche und 34 Anlaufstellen für Migranten.
Die Ordensprovinz Kalkutta feiert ihr hundertjähriges Bestehen in Anwesenheit des Generaloberen, Pater Fabio Attard, der am 5. Februar in Kalkutta erwartet wird, wo er alle Mitglieder der großen Ordensfamilie der Salesianer Don Boscos treffen wird: Ordensbrüder, Salesianerinnen, ehemalige Schüler, Laienmitarbeiter und Missionare.
Die Salesianer Don Boscos betraten den indischen Subkontinent zum ersten Mal, als sie in Shillong im Nordosten Indiens landeten. Damals war Indien eine britische Kolonie. Die Wunden des Ersten Weltkriegs waren noch offen, und das Empire befürchtete Unruhen in seinen entlegensten Gebieten. Der Nordosten galt als instabile Grenzregion, die von „Stammesgemeinschaften” bewohnt war und vor allem wegen ihrer strategischen Bedeutung für die Verteidigung des Empire wichtig war.
Die Salesianer widmeten sich insbesondere der beruflichen Bildung arbeitsloser Jugendlicher, die oft als potenzielle „Unruhestifter” abgestempelt wurden. Durch die Ausbildung in Handwerksberufen – Druckerei, Tischlerei, Schneiderei, Mechanik – verwandelten die Salesianer Don Boscos diese Jugendlichen in qualifizierte Arbeitskräfte. Von ihren Anfängen in Shillong zog die Provinzverwaltung der Salesianer Don Boscos später nach Kalkutta um und gründete von dort aus zehn weitere Ordensprovinzen in ganz Indien.
Von 1926 bis 2026 feiern die Salesianer von Kalkutta ein Jahrhundert ihres Dienstes, in dem sie Pädagogen ausbildeten, Straßenkinder aufnahmen und ihnen ihre Würde zurückgaben, Schulen gründeten und Führungskräfte in den umliegenden Regionen ausbildeten.
Die Ordensprovinz Kalkutta der Salesianer Don Boscos umfasst Bihar, Sikkim, Bangladesch und Nepal mit 40 Häusern, die von 242 Salesianern Don Boscos betreut werden, die in 32 Pfarreien tätig sind und über 25 Bildungseinrichtungen leiten. Das Netzwerk umfasst 30 weiterführende Schulen und 13 Berufsschulen, die Zugang zu qualitativ hochwertiger Bildung bieten.
Die Salesianer Don Boscos kamen am 11. November 1925 offiziell nach Kalkutta. Das erste Werk, das den drei Salesianern in Kalkutta anvertraut wurde, war die „Catholic Orphan Press“ und die dazugehörige Kathedralpfarrei. Bald reisten sie auch in die Randgebiete und lernten die bengalische Sprache und Kultur kennen. So wurde beispielsweise bereits 1928 in Krishnagar eine Einrichtung von Don Bosco gegründet und ausgebaut. Den Salesianern Don Boscos wurde die Grundschule „Sts. Peter and Paul“ anvertraut, die 1951 zur Oberschule erhoben wurde.
Besonderer Bedeutung wurde den Missionen unter den indigenen Gemeinschaften der Santhal zugemessen. Diese Mission beschränkte sich zunächst auf einige Bezirke in Westbengalen und dehnte sich später auf einige Teile von Bihar und Nepal aus.
Ein weiteres Gebiet, in dem die Salesianer Don Boscos in der Provinz tätig sind, sind die nepalesischsprachigen Regionen von Nordbengalen, Sikkim und Nepal. Die Verbindung zu den Nepalesen geht auf die Gründung des „Salesian College“ in Sonada im Jahr 1938 zurück. 1963 wurde die Pfarrei Sonada in der Diözese Darjeeling den Salesianern Don Boscos anvertraut.
Die Ordensbrüder weiteten ihre Tätigkeit auch auf das nahe gelegene Gebiet, das heute als Bangladesch bekannt ist und damals zu Indien gehörte, aus und waren von 1928 bis 1952 in einigen Orten der heutigen Diözese Khulna aktiv. Nach der Teilung Indiens in Indien und Pakistan im Jahr 1947 wurden diese Gebiete in das damalige „Ostpakistan” eingegliedert, das 1971 mit der Unabhängigkeit den Namen Bangladesch erhielt. In all diesen Gebieten wird die Präsenz der Salesianer Don Boscos bis heute für die Aufnahme von Kindern und die Bildungsarbeit unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen geschätzt, die einen positiven Einfluss auf die soziale Entwicklung haben.