Islamabad – Die franziskanischen Gemeinschaften in Pakistan begehen den 800. Jahrestag des Todes des heiligen Franz von Assisi . Im Vorfeld seines liturgischen Festes am 4. Oktober erneuern sie ihr Engagement, das Evangelium im Geist des Heiligen in Pakistan zu leben und zu verkünden.Anlässlich des Transitus des heiligen Franziskus, der Feier seines Heimgangs, versammelte sich die katholische Gemeinde der Diözese Islamabad-Rawalpindi um die franziskanische Gemeinschaft. Zu ihr gehören Ordensbrüder, Ordensschwestern und Laien. Gemeinsam gedachten sie des Lebens, der Spiritualität und des Vermächtnisses des heiligen Franz von Assisi in Pakistan.Die in der Diözese tätigen Franziskaner organisierten eine Jubiläumsfeier, bei der das Thema Frieden im Mittelpunkt stand. Ein symbolischer Akt war das Freilassen weißer Tauben. Sie stehen für Versöhnung und den Geist des Evangeliums, den der heilige Franziskus gelebt hat. Eine Theateraufführung über das Leben und die Mission des Heiligen regte die Teilnehmer dazu an, über seine Liebe zu Christus und zu den Armen sowie über seinen einfachen und demütigen Lebensstil nachzudenken.Im Mittelpunkt des Jubiläumsprogramms befand sich eine Eucharistiefeier, die am 29. September in Islamabad stattfand. Erzbischof Arshad erinnerte dabei an den 800. Todestag des Heiligen von Assisi. „Sein Leben inspiriert die Christen bis heute. Sein radikales Engagement für das Evangelium, seine Einfachheit, Demut und Liebe zu Gott und zur Schöpfung sind dafür ein bleibendes Zeugnis“, sagte er.Das außergewöhnliche Glaubenszeugnis des heiligen Franziskus sei geprägt von Armut, Einfachheit, Demut und völliger Hingabe an Gott. Er habe das Evangelium auf authentische und radikale Weise gelebt. „Damit ist er ein Vorbild und eine Inspirationsquelle für die Getauften in Pakistan und auf der ganzen Welt“, betonte der Erzbischof.Das Vermächtnis des Heiligen bestehe auch in der Erkenntnis, „dass derjenige, der sich zum Geringsten macht, in den Augen Gottes am meisten empfängt“. Arshad ermutigte die Gläubigen, Jünger Christi zu sein. Christus rufe seine Nachfolger zu Demut, Dienst und selbstloser Liebe auf.„Diese Botschaft ist besonders bedeutsam für uns alle, die wir berufen sind, anderen in der Kirche und in der Gesellschaft zu dienen“, erklärte der Erzbischof. Die Bedürfnisse der besonders schutzbedürftigen Menschen müssten Vorrang vor dem eigenen Wohlergehen und den persönlichen Interessen haben.Insbesondere für die Ordensleute in Pakistan bleibe das Leben des heiligen Franziskus eine eindringliche Mahnung. „Die Ordensberufung ist ein Ruf, Christus treu nachzufolgen. Die Ordensleute sollen authentische Zeugen des Evangeliums in der Welt sein“, sagte Arshad.„Die Spiritualität des heiligen Franziskus ruft zudem alle Gläubigen dazu auf, sich von einer übermäßigen Sorge um irdische Güter zu lösen. Sie sollen ihre Liebe Gott, den Armen, der Schöpfung und ihren Mitmenschen schenken“, betonte der Erzbischof. Das Zeugnis des Heiligen erinnere die Christen daran, dass das Evangelium nicht nur mit Worten verkündet, sondern vor allem durch das eigene Leben bezeugt werden müsse.Das Treffen endete mit einem gemeinsamen Beisammensein. In franziskanischem Geist standen Austausch, Gemeinschaft und geschwisterliche Verbundenheit im Mittelpunkt.Die franziskanische Familie in Pakistan zählt insgesamt rund 600 Mitglieder. Dazu gehören Ordensbrüder, Schwestern verschiedener franziskanischer Kongregationen und Laien des Franziskanischen Säkularordens.Die franziskanische Präsenz konzentriert sich vor allem auf zwei große geografische und kirchliche Regionen des Landes. Die Franziskaner sind traditionell vor allem in der Provinz Sindh und in der Erzdiözese Karachi tätig. Die Kapuziner wirken hauptsächlich in der Provinz Punjab. Dieses Gebiet wurde den Brüdern bereits Ende des 19. Jahrhunderts zur seelsorglichen Betreuung anvertraut.In Pakistan arbeiten zudem mehrere weibliche franziskanische Ordensgemeinschaften eng mit der Bevölkerung zusammen. Dazu gehören die Missionsfranziskanerinnen Mariens, die Missionsfranziskanerinnen von Christus dem König, die Franziskanerinnen vom Herzen Jesu sowie die aus Polen stammenden Albertinerinnen.Auch die franziskanischen Laien und die Franziskanische Jugend bilden einen zahlenmäßig bedeutenden Teil der franziskanischen Familie. In den Provinzen Punjab und Sindh gibt es zahlreiche örtliche Gemeinschaften.Das Apostolat der franziskanischen Familie in Pakistan umfasst drei zentrale Bereiche. Die Franziskaner setzen sich für Frieden und interreligiösen Dialog ein. Sie pflegen kontinuierliche Kontakte zur muslimischen Gemeinschaft, um ein friedliches Zusammenleben der Religionen zu fördern. Ein weiterer Schwerpunkt ist der Dienst an den Armen. Ein großer Teil der pakistanischen Gläubigen gehört zu den sozial benachteiligten oder ausgegrenzten Bevölkerungsgruppen. Die Ordensgemeinschaften engagieren sich deshalb besonders für diese Menschen. Darüber hinaus betreiben sie zahlreiche Schulen, Ambulanzen und Krankenhäuser. Diese Einrichtungen stehen der gesamten Bevölkerung offen, unabhängig von ethnischer oder religiöser Zugehörigkeit.